Lost in MOOC! Einführungswoche in #COER

Klar, aller Anfang ist erst einmal neu, und für eine „normale“ Lern- und Lehrsozialisation ist es verwirrend, keinen virtuellen Raum mit persönlichem Stuhl zu haben, wo mein sein Zeug hinlegt, und wo von vorne die Inhalte rüberrieseln. Es gibt zwar ein Verwaltungsgebäude, wo die Organisatoren sitzen, und wo auch Lehr-Material verbreitet wird, und wo man seine eigenen Arbeitsergebnisse selber hintragen muss, aber das wesentliche Lernen ist irgendwo draußen in Parks, auf Plätzen, in Strassen, wo man sich verabreden kann (oder nicht) oder es gibt Verkaufsstände (blogs), wo einzelne ihre Gedanken feilbieten, aber wieder nicht etwa schön in einer Passage, sondern über die ganze Region verbreitet. Die Leute, die auch im Kurs sind, sitzen nicht neben meinem Stuhl, sie laufen irgendwo in der Stadt rum, und ich muss sie suchen. Es gibt eine Pfeife (Twitter) über die kann man mit bestimmten Zeichenn Gleichgesonnenne anlocken, und es gibt im Verwaltungsgebäude ein Blackboard, wo man Zettel dran heften kann, um bekannt zu machen, wofür man sich interessiert, und was man gerne kaufen würde. Erst mal hängen andere Zettel daneben, aber es passiert noch kein aufeinander Zugehen.

So ungefähr ist ein Massive Open Online Course organisiert. Keine Lernplattform vereint die Lernenden, sondern auf vielen Plattformen, die die Lernenden selber suchen müssen, gibt es Lerngelegenheiten, die von den Organisatoren nur angeregt, aber von den Lernenden selbst ergriffen werden müssen. Die Philosophie des selbstgesteuerten Lernens pur: Der Lerner bestimmt selbst, was er wann, wo, wie lernen will.

Die Einführungswoche hatte auch ein Forum, auf den die Teilnehmenden sich selber vorstellen sollten. Ich gesellte mich zur Gruppe der Hochschulinteressierten, und da haben ein Dutzend Leutchen sich nett mit ihren Interessen präsentiert – aber das wars dann auch. Nach MOOC-Philosophie müßte eine hergehen und sagen, kommt, ich richte auf google+ einen Arbeitskreis ein, da versuchen wir uns mal zu arrangieren, Gemeinsames zu finden, und zu versuchen, woran wir (oder Untergruppen) am liebsten arbeiten wollen. Ich habe mich nicht zum Moderator aufgeschwungen, ich habe leider die folgenden Wochen nicht viel Zeit zur „massiven“ Teilnahme.

Nächste Möglichkeit ich schaue bei Twitter unter dem Haschtag #coer13 nach, wer da so was twittert. Da gibts schon ne große Menge, die einen Anfänger sicher erschlagen kann, wo hängt man sich rein? Ich folge einem Verweis von Martin Lindner ein in der E-Learningszene bekannte Figur, der hat auf Google+ schon mal eine durchaus kritische Diskussion zu COER13 initiiert. Da gehts famliär zu, nicht so einbfach, sich da einzuklinken.

Auf News im Hauptgebäude werden bereits die einzelnen erschienen Blogbeiträge zu COER13 veröffentlicht. Wie viel und völlig ungeordnetes Zeug, wo steigt man da ein?

Etc. Also mein Problem war, eigene Orientierungslosigkeit und Datenoverload schon in der ersten Runde. Hätte ich ein ganz klares Ziel, wäre es sicher leichter, aber mal so eben in COER13 reinzuschlittern, und denken, da blicke ich dann schon schnell durch, ist nicht so.

Trotzdem, ich mache weiter, es war ja erst die Einführung. Und ich bin besonders gespannt, wie sich das notwendige Zusammenfinden von teilnehmenden gestalten wird.

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2 Antworten auf Lost in MOOC! Einführungswoche in #COER

  1. ich bin da durchaus auch ein bisschen desorientiert, sogar als szenebekannte figur.
    so ungefähr stelle ich mir idealer weise einen blogpost im oer-zusammenhang vor.

    das problem ist tatsächlich, dass ein MOOC ganz wenige, ganz klare „andockstellen“ braucht:
    – ein blog der gastgeber/macher als homepage;
    – eine seite, die auf einen ersten blick einen begriff davon gibt, was sich im gesamten raum sotut: blogposts, twitter-nachrichten, g+ beiträge, was immer. also eine permanent sich erneuernde seite fürs „große gemurmel“ (fachausdruck: „activity stream“);
    – eine seite für interaktionen, vernetzung, verabredungen, communities …
    – und eine wöchentliche e-mail, die jeweils imüulde gibt und idealer weise die links zu obigen seiten enthält, damit man nie suchen muss.

    was würdest du für am wichtigsten halten? und, neugierige frage: was war in der erwähnten g+ diskussion die hürde, um da „hineinzukommen“?

  2. Heino Apel sagt:

    Es gibt von Karlheinz A. Geisler ein gutes Buch über Anfangssituationen in der Bildung. Seine These, die Lernenden brauchen ganz am Anfang Orientierung, die Situation ist ihnen neu, fremd, etc. Da kann man nicht gleich mit Selbststeuerung beginnen, da bedarf es, an die Hand genommen zu werden, eine erste Zielvorgabe und Vertrauen muss entwickelt werden, bevor man dann wieder los lassen kann. Und ich glaube, das gilt genau so für virtuelle Angebote. Von daher finde ich all Deine Vorschläge als Eintrittshilfen wichtig.
    Ich nehme mal an, dass etliche der Teilnhemenden auch nur geringe „virtuelle Kollaborationskompetenz“ haben. Wer kennt schon das hang out von google+ ? Wer kennt die Möglichkeit gezielten Informationstwitterns? D.h. der Veranstalter muss auch noch mit der großen Diskrepanz von Lernmethodenkenntnis unter den TN rechnen. Das macht die Organisationn eines MOOCs sicher nicht einfach.
    Zur Hürdenfrage: das ist auch so ein Anfängerproblem, wenn man in ein Seminar kommt, wo alle Novizen sind und etwas unsicher, da kann man leichter den Ball aufnehmen, den dann schnell andere ergreifen, und los gehts. Wenn da aber schon 6 Leutchen intensiv und scheinbar kompetent initiativ sind, dann dann kommt man gar nich an den Ball ran, weil der immer so hoch fliegt 😉

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