Rio + 20 Ergebnisse?

Was zu befürchten war, ist eingetreten, ein windelweiches, unverbindliches Paket wurde in Rio geschnürt, das nicht einmal die von einigen angefochtene „Green Economie“ glänzen läßt. Nicht nur in den Tageszeitungen werden die vielen kritischen Stimmen aus dem grünen Lager zitiert, selbst auf der offiziellen Homepage der UN ist ein Artikel zur „Huge disappointment“ abgedruckt. Pech für Rio+20 ist ganz sicher die Finanzkrise. Wer Stress hat, denkt nicht über zukünftige Entwicklungen nach. Die Fixierung auf ungestörtes Wachstum wächst um so mehr, je gefährdeter dieses ist. Wer will da beim Ressourcenschutz Zugeständnisse machen, wer will Kapitalmittel für grüne Arbeitsplätze in unsichere Regionen der 3. Welt transferieren? In den Klimafolgekonferenzen wurde schon vorexerziert, dass auf globalem Maßstab nachhaltiger Fortschritt nur millimeterweise zu haben ist. Offensichtlich hatte der Austräger, Brasilien, so viel Angst vorm Scheitern, dass das Ergebnis als Entwurf schon vor der Tagung nahezu fest stand. Die NGOs ließ man (im Unterschied zu Rio 92) nahezu völlig aus dem Business, und die Länder schickten meist nur Stellvertreter oder schwache Umweltminister auf die Tagung.

Wahrscheinlich ist eine Lehre von Rio+20 die, dass der Veränderungsprozess zu Klimaschutz, zu alternativen Energiesystemen, zu einer anderen Mobilität, zur Verbesserung der Lebensqualität, zur Erhaltung der Diversität, etc. nicht global unter der Bedingung verhandelbar ist, bei der 2/3 der Staaten der Erde von Diktatoren, korrupten Eliten oder dogmatischen Ideologen regiert werden. Der sichere Weg ist besser induktiv, d.h. aus lokaler und nationaler Sicht mit je ganz eigenen Kontexten müssen nachhaltige,  Konzepte entwickelt und verwirklicht werden, und die nationalen Feuerproben bestehen, bis sie globalisierbar werden.  Z.B.  Obama steht mit den grotesk umweltfeindlichen Republikanern im Wahlkampf, er kann sich Rio als Nachhaltigkeitspusher nicht leisten, weil ihm das Hetzkampagnen zuhause einfahren würde. Zwischenzeitlich fördert er die erneuerbaren Energien, so dass die USA z.Zt. das größte Windparkvolumen der Welt hat.

Alternativer Lebensstil und grüne Technologien lassen sich sowieso nicht über zwischenstaatliche Beschlüsse induzieren. Man muss zeigen, dass sie erfolgreich sind, und dann werden sie kopiert. Ansonsten werden wir wohl Katastrophen als Lehrmeister der Veränderung brauchen. Fukushima war für die deutsche Energiewende notwendig, und wenn die Meere ausgeplündert sind, machen die Fischfangflotten Pleite, und deren politische Lobby verschwindet, dann wird man wieder mit dem Nachwachsen der Arten rechnen dürfen, und vielleicht gibts dann endlich vernünftige Fischfangregeln.

 
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Eine Antwort auf Rio + 20 Ergebnisse?

  1. Es ist schade, dass solche Umwälzungen, die auch ich sehr begrüße, immer Generationen in Anspruch nehmen. Hier sehe ich einen Hoffnungsschimmer für die Generation unserer Kinder, ihre Welt lebenswerter zu gestalten.

     

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