Blogsphere unterbelichtet

Learning by doing – ist meine Devise.  Was macht einen Blogger aus? Was gibt es an (deutscher) Literatur dazu? Kaum was.  Also schaue ich mich mal selber um. Auf Anhieb finde ich 5 deutsche Blogverzeichnisse, d.h. Seiten, die tausende von Blogs nach Kategorien auflisten. Vorbildlich wird auf blogoscoop Statistiuk geführt und hier sind die ersten 5 meistgelesenen Blogs:

In diesem Blog geht es um technische Hilfestellung, ein C’t auf Blogebene.

 

Ideal für Konsumenten von „ich bin doch nicht blöd“.

Hier wird die BILD-Zeitung gegen den Strich gelesen, und auf Fehler hingewiesen.

 

Sartire Zeitschrift, hier wird Politik schön verballhornt, sehr fleißig von einem Autor.

 

Regenbogenpresseblog für Dummies

 

 

 

Dieses Ranking ist sicher nicht repräsentativ, weil das Blogverzeichnis nur einen Teil der deutschen Blogs erfasst, aber immerhin spiegelt es wohl Nutzerdominanzen. Stichwort Internet rangiert auch in anderen Statistiken hoch, deshalb belegt das den ersten Platz. Das Internet als große Kaufhilfe per e-bay, amazon, etc. ist auch bekannt, deshalb der 2. Rang fürs Schnäppchenblättchen. Über den 3. Rang, die Bild-Kritik habe ich mich gefreut, es gibt doch viele Leute, die sich für die Bild-Lügen interessieren. Und auch der Postillion zeigt den an Politik interessierten Nutzer, der Unterhaltung dabei sucht. Dass die Fangemeinden des Showbusiness im Internet stark vertreten sind, ist unvermeidbar, die Girlies schaffen es auf Platz 5.

Zur thematischen Verteilung gibt eine Statistik aus dem Blogverzeichnis Bloggerei (vom9.1.2012) Auskunft. Am meisten tauchen dort die Internetblogs auf, die nahezu rangleich mit den Privateblogs sind, gefolgt von den Computerblogs, Freizeit, Wirtschaft, Reisen, Hobbys ..

In einer Studie von 2008 kommen die Autoren bettina berendt / martin schlegel / robert koch in:
„Die deutschsprachige Blogosphäre: Reifegrad, Politisierung, Themen und Bezug zu Nachrichtenmedien“ zu dem nüchternen Fazit: „Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass populäre deutschsprachige Blogs derzeit (noch) v.a. von Freizeit und
semiprofessionellen Bloggern mit relativ wenig Interesse an Politik und Medienanalyse betrieben werden, im Gegensatz zu den politisierten und oft von professionellen Bloggern gestalteten populären us-amerikanischen Blogs.“ Das gilt wahrscheinlich heute noch. Im vorigen Jahr hat die FAZ eine Kontroverse über politischen Möglichkeiten der social media der amerikanischen Blogger Evgeny Morozov und Clay Shirky in ihren Spalten abgedruckt. Unsere Bloggsphere setzt keine öffentlichen Themen, sondern verarbeitet sie.

Der in den USA bekannte Blogger Jeremiah Owyang berichtet berteits vom Niedergang der Tech-Blogspehre: End of an Era: The Golden Age of Tech Blogging is Over seine Thesen:
Trend 1: Corporate acquisitions stymie innovation
Trend 2: Tech blogs are experiencing major talent turnover
Trend 3: The audience needs have changed, they want: faster, smaller, and social
Trend 4: As space matures, business models solidify (erstarren)–giving room for new disruptor.
Diese Punkte treffen mit Ausnahme des 3. sicher weniger auf Deutschland zu. Vielleicht geht es ja bei uns noch aufwärts. Wenn man die Kommentare zu diesem Beitrag von Owyang liest, dann kann man angesichts der Menge und der Qualität nur neidisch auf das USA-blogging werden.

Das Charakteristische des Bloggens als soziales Medium ist mir bislang nicht klar – dazu wären Kommentare erwünscht, und weitere Überlegungen und Erfahrungen werden bestimmt folgen.

 

 
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Eine Antwort auf Blogsphere unterbelichtet

  1. monika sagt:

    Für die Inhalte der Artikel sind die Städel-Bilder sehr ästhetisch, Anonymus finde ich sehr passend – eine Gehiemgesellschaft. grüße Monika

     

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