Nachhaltigkeit in der FR

Im Artikel „Boom bremst ökologischen Fortschritt“ berichtet Bernd Salzmann in der FR vom 22.12.2011 über den Nachhaltigkeitsindex der KfW. Erfreulicherweise gibt es dazu auch die oben abgebildete „Erklärungsbox“ zum Begriff „Nachhaltigkeit“. Man braucht nur unter Nachhaltigkeit bei Wikipedia zu klicken, dann findet man die Quelle, auf die der Autor sich hier stützt (ohne das  zu nennen, aber seis drum). Auch wenn Wikipedia angeblich dem Brockhaus den Rang abgelaufen haben soll, so ist das eine Stelle, wo die Wikipediaautoren nicht von bester Fachkenntnis getragen sind.

Man schaue in meinen Blogbeitrag zur Nachhaltigkeit, da habe ich ausgeführt, dass der moderne Nachhaltigkeitsbegriff sich von  „Sustainable development“ herleitet, ein Konstrukt, das von der Brundtlandkommission 1987 als Kompromiss zwischen weiterem Wachstum und zukünftiger Begrenzung festgezurrt wurde. Als Meilenstein sollte dann Rio und nicht der Club of Rome genannt werden. Sowohl der Bezug auf die deutsche Forstwirtschaft, als auch der Bezug auf „Die Grenzen des Wachstums“ sind wesentlich ressourcengeleitete Ansätze, denen genau die Brisanz einer Austarierung von Ökonomie Sozialem und Ökologischem fehlen. Die Bedeutung der Club of Romstudie als erste weltweit verbreitete Warnung, „so gehts nicht weiter“, will ich gar nicht schmälern, aber die Kritik daran war, dass in der Simulation sozialpolitische und systemische Unterschiede z.B. in den Nord-Süd- und Ost-Weststrukturen überhaupt nicht berücksichtigt wurden.

Begreift man das Sustainable Development im Sinne von Frau Brundtland und von Rio als eine gesellschaftspolitische Aufforderung, alle Anstrengungen in Richtung einer „nachhaltigeren“ oder „zukunftsfähigeren“ Entwicklung auszurichten, dann belegt der  KFW-Nachhaltigkeitsindikator die Schwierigkeit quantitativer Indikatoren. Betrachtet man die Energiewende in Deutschland, die weltweit ein Novum darstellet, auf dessen Ausgang international bzgl. Nachhaltigkeit große Hoffnungen gesetzt werden, dann müsste man eigentlich das Jahr 2011 für Deutschland mit dem Prädikat A++ versehen, was aber dem KfW-Indikator nicht gelingt.

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